Ode an die Hoffnung

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Da war sie also. Ohne Vorwarnung. Sie war einfach da und lächelte mich an und alles was ich tun konnte war zu hoffen, sie würde sich nicht daran erinnern, dass ich der schüchterne Kerl war, der zu viel Angst davor hatte die Dinge einfach laufen zu lassen. Sie hatte noch immer dieses Strahlen in den Augen, auch wenn so viel Zeit verstrichen war. So viel haben diese Augen gesehen. Von hier bis zum Mond und zurück. Ich fragte mich ob sie auch nur einmal an mich gedacht hatte, oder ob sie die langen Telefonate und langweiligen Gespräche schon vergessen hat. So viele Männer hatten ihr die Welt zu Füßen gelegt, doch hatte auch nur einer ihre Träume erfüllt? Und weiß sie noch, als wir durch den Wald spazierten und uns verlaufen haben? Ich hielt ihre Hand um nicht zu stolpern, und tat so als hätte ich keine Angst. Die ganzen Abende, an denen ich ihr beim Tanzen zusah und sie dann nach Hause fuhr. Die stundenlangen Gespräche im Auto, vor ihrer Tür. Die Sonne ging schon auf und ich weiß nicht wie ich es geschafft hatte pünktlich bei der Arbeit zu sein. Und nun ist sie wieder da, und stellt meine kleine Welt auf den Kopf, und ich schaff es wieder nicht zu sagen, dass…

Sie klopfte leise an meine Tür, und lächelte mich verlegen an. Ihre Haut viel glatter als Seide. Sie roch wie der schönste Tag in meinem Leben. Der Wind hatte sich wieder in ihrem Haar verfangen, und vielleicht erinnerte sie sich ja doch an mich. Vielleicht dachte sie doch an mich, als sie am Ende der Welt sich selbst gefunden hat, und feststellte, dass der Himmel langweilig ist, wenn man ihn mit niemanden teilen kann. Und vielleicht war ich es der ihr das schönste Geschenk gemacht hat. Vielleicht hatte sie meine langweiligen Geschichten doch gemocht und vielleicht war alles was sie wollte ich?

Nun steht sie da, wie aus meinen Träumen geschnitten, und für einen Augenblick vergesse ich die Welt, und vielleicht schaffe ich es dieses Mal ihr zu sagen, dass…

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Rechthaberei

Ich habe gerne recht. Es ist so einfach recht zu haben, wenn man die Fakten kennt. Recht haben und recht bekommen sind jedoch unterschiedliche Dinge. Also diskutiere ich häufig bis mein gegenüber vor Ermüdung aufgibt. Habe ich dann immer noch recht? Oder habe ich jemanden erfolgreich davon überzeugt, ein bestimmtes Thema in meiner Gegenwart zu meiden? Fast immer ist es letzteres. Und letztlich ist es dann auch egal recht zu haben, denn an dem Punkt geht es nicht länger darum, was man sagt. Die Unterhaltung wurde zur Diskussion wurde zum Spiel. Und das Spiel ist wie dazu gemacht Menschen zu entfremden. Gewinnen kann man es letztlich nicht. Jeder der Beteiligten fühlt sich als Gewinner und unterm Strich haben sie alle verloren. Das unermüdliche auf sein Recht beharren führt dazu, dass alle genervt sind inklusive einen selbst. Man fühlt sich danach nicht besser. Nicht schlechter. Nicht erfolgreicher oder attraktiver. Nicht mehr oder weniger im Recht als man vorher war. Und trotzdem lasse ich mich immer wieder darauf ein.

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Nachdenkzeilen

„It was the best of times, it was the worst of times,
it was the age of wisdom, it was the age of foolishness,
it was the epoch of belief, it was the epoch of incredulity,
it was the season of Light, it was the season of Darkness,
it was the spring of hope, it was the winter of despair,
we had everything before us, we had nothing before us,
we were all going direct to Heaven, we were all going direct the other way“

– „A Tale of Two Cities“ – Charles Dickens

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Ich will die Kontrolle über mein Leben zurück!

Ein Brummen. Das Handy vibriert. Ohne mit der Wimper zu zucken greife ich danach und sehe auf das Display. Jemand hat was bei Facebook kommentiert. Ich mach‘ die App auf und sehe nach, schmunzle, antworte. Meine Gäste, mit denen ich am Esstisch sitze warten, bis ich wieder in die Konversation einsteige. Jeder ist genervt. Auch ich. Continue reading

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